Almara Ensemble

La fiamma del to amor

Musik des italienischen Trecento

Das 14. Jahrhundert stellte in Italien eine Blütezeit der Kunst, Literatur und vor allem der Musik dar. Besonders in der Toskana entstanden eine Vielzahl von Kompositionen, wie von Francesco Landini oder Paolo da Firenze in der beliebten Gattung der Ballate, aber auch Madrigale und Laude sowie instrumentale Stücke. Dieser kulturelle Reichtum wurde in teilweise sehr aufwändig verzierten und wertvollen Codices, wie dem Scuarcialupi Codex festgehalten, der sich im Besitz des Organisten Antonio Scuarcialupi befand. Der auch als „Italienische Ars nova“ bezeichnete Stil stand eng mit der französischen Musik in Verbindung und wurde von dieser beeinflusst. So sind ebenso prägende frankoflämische Komponisten wie Johannes Ciconia oder der bis heute berühmte französische Komponist Guillaume de Machaut in diesem Programm vertreten und geben einen Einblick in die Vielfalt und Raffinesse der Musik, die innerhalb dieser florierenden Atmosphäre am Übergang von Mittelalter zur Renaissance entstand.


Entre la mar y el rio

Lieder der Sephardim und der spanischen Renaissance

Die Sephardim lebten bis zu ihrer Vertreibung 1492 und 1513 in Spanien und der iberischen Halbinsel. Über die Jahrhunderte sammelte sich ein großer Schatz wunderschöner traditioneller Lieder, die beispielsweise von der Prophezeiung eine zukünftigen Liebe erzählen, die die Tochter des Königs von Frankreich während eines

Wachtraumes erhielt, wie in „El rey de Francia“. Ebenfalls von der Liebe handeln viele Lieder der spanischen Renaissance, die aufgrund der kulturellen Blüte auch als „siglo de oro“, als „Goldenes Zeitalter Spaniens“ bezeichnet wird. Die berührende Liebeslyrik dieser Zeit ist uns heute noch in Romancen und Villancicos überliefert und wird in den Texten der Dichter Jorge de Montemayor und Juan Boscán reflektiert. Spanische Tänze sowie instrumentale Kompositionen wie von Diego Ortiz runden das Programm ab.


Das Schedelsche Liederbuch

Frühe Renaissancemusik in deutschen Städten

Der Nürnberger Arzt, Humanist und Historiker Hartmann Schedel (1440-1514) schuf nicht nur mit seiner Weltchronik ein bleibendes Werk. Auch mit seiner Liedsammlung, welche sich heute in der Bayerischen Staatsbibliothek befindet, hat er der Nachwelt einen großen musikalischen Schatz hinterlassen. Es finden sich darin sowohl einmalig überlieferte Lieder in deutscher Sprache, als auch einige französische chansons und englische Liedsätze wie von Walter Frey und Johannes Bedingham. Letztere erhielten zur Zeit des Universalgelehrten internationale Bekanntheit und sind in mehreren Liederbüchern enthalten. Die deutschen Lieder dagegen bieten eine wertvolle Quelle für regionale Musikkultur. Schedel gilt somit als Zeitzeuge einer sich wandelnden Weltsicht und gibt der Nachwelt einen authentischen Einblick in eine musikalische Praxis, die sich zu Beginn der Neuzeit in deutschen Städten etablierte.


In stile nuovo

Arien, Kanzonetten und Toccate des italienischen Frühbarock

In der Camerata Fiorentina, einem Kreis von adligen Künstlern und Gelehrten trafen sich etwa in den Jahren 1576 bis 1600 in Florenz Dichter, Philosophen und Komponisten, wie Jacopo Peri und Giulio Caccini, die eine neue Ära der Musikpraxis ersehnten. Diese sollte sich von der im 16. Jahrhundert weit verbreiteten Praxis der Vokalpolyphonie unterscheiden. Ursprünglich waren sie an der Wiederbelebung eines Ideals der griechischen Antike interessiert und wollten diesen durch rezitativisch begleiteten Sologesang mit hohem Verständnis für den Textsinn erreichen. Während dieses Vorhabens erschufen sie jedoch nebenbei das Rezitativ der Oper. Gerade Giulio Caccini, der vom kreativen Geist der Camerata begeistert und beeinflusst war, gab 1602 seine „Le Nuove Musiche“ heraus, in der er Arien und Kanzonetten im neuen Stil veröffentlichte sowie genaueste Hinweise zu Verzierung und vokaler Gestaltung seiner Werke gab. Diese neue Art zu singen, verbreitete sich nicht nur in Italien, sondern war auch am französischen Hof hochangesehen. Auch in Deutschland wird Caccinis Gesangsmanier im 17. Jahrhundert zur Mode und in Musiktraktaten und Gesangslehrbüchern, wie von Prätorius, Herbst und Crüger, rezipiert. So steht sie in unserem Programm ebenfalls im Mittelpunkt und wird mit Laute und Gambe von instrumentalen Stücken, wie von Alessandro Piccinini und Girolamo Frescobaldi umrahmt.


Weiterhin bieten wir auch unser Programm Outros Amores an:

Dieses Programm entführt in die Welt der Liebeslyrik in Mittelalter und Renaissance und verwebt ihre verschiedenen Aspekte zu einem berührenden und leidenschaftlichen Ganzen. Es vereinen sich französische Chansons und italienische Ballate der „Ars nova“, zu der Komponisten wie Guillaume de Machaut, Gilles Binchois und Johannes Ciconia zählen, mit spanischer Musik aus Mittelalter und Renaissance. Die Liedtexte versinnbildlichen die „amour courtois“, die „höfische Liebe“, deren Spuren auch noch in der Zeit des spanischen „siglo de oro“ im 16. Jahrhundert zu finden sind. Auch religiöse Verehrung findet sich in den Texten der hingebungsvollen italienischen Laude, die im 13. und 14. Jahrhundert vor allem in der toskanischen Region entstanden. Als Ausdruck von Volksfrömmigkeit stehen diese geistlichen Lieder in ihrer Intensität den weltlichen Stücken des Trecento in nichts nach und bieten einen Einblick in die lebendige musikalische Tradition dieser Zeit. Auch instrumentale Stücke aus Italien und Frankreich wie Estampies und Saltarelli finden in diesem Programm einen Platz, ebenso wie spanische Tänze des 16. Jahrhunderts. Über all dem schwebt das Thema der Liebe und Verehrung im Mittelalter und der Renaissance, das sich in seinen verschiedenen Aspekten offenbart und sich ebenso in dem Titel "Outros Amores" widerspiegelt.

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